Flytivy AI Assistance
Windows-Programm mit zehn festen Textaktionen — umschreiben, kürzen, zusammenfassen, übersetzen — als schwebendes Widget neben der laufenden Arbeit. Oberfläche und Rechtstexte gibt es nur auf Englisch und Spanisch.
Funktionen von Flytivy AI Assistance
- Zehn feste Aktionen: Fragen, Text verbessern, Übersetzen, Zusammenfassen, E-Mail schreiben, Aufgabe erstellen, Ideen sammeln, Erklären, Kürzen, professioneller Ton.
- Sichtbare Steuerung für Tonfall, Zielsprache und Format — ohne lange Anweisungen zu formulieren.
- Widget-Modus: ein schwebendes Fenster neben dem Arbeitsbereich, zusätzlich zum vollen Programmfenster.
- Übersetzung mit automatischer Quellsprachenerkennung.
- Nur in den Bezahlplänen: Gesprächsverlauf, Clipboard AI für kopierten Text und Bilder, eigene gespeicherte Anweisungen, Bildanalyse, Dokumentassistent und Export der Antworten.
- Windows-Programm, Bezug über den Microsoft Store; keine Web-Version und keine Programmierschnittstelle.
- Oberfläche und Dokumentation auf Englisch und Spanisch — eine deutsche Fassung ist nicht ausgewiesen.
Preise von Flytivy AI Assistance
- Free: einmalig 10 KI-Aktionen zum Ausprobieren, ohne Zahlungsdaten. Verlauf, Clipboard AI, eigene Prompts, Dokumentassistent und Export sind nicht enthalten.
- Pro: 7,99 $/Monat für 500 Aktionen monatlich plus alle genannten Zusatzfunktionen.
- Ultimate: 12 $/Monat für 1.200 Aktionen monatlich, ansonsten identischer Funktionsumfang.
- Zusätzliche Credit-Pakete sind zubuchbar. Abrechnung und Verwaltung laufen über Stripe; die Umstellung wird aktiv, sobald Stripe die Zahlung bestätigt.
- Preise sind in US-Dollar ausgewiesen, nicht in Euro.
Flytivy AI Assistance ist ein Windows-Programm für genau umrissene Textarbeit: umschreiben, kürzen, zusammenfassen, übersetzen, eine E-Mail formulieren, Aufgaben aus einem Text herauslösen. Es tritt bewusst nicht als Chat-Oberfläche auf, sondern als Werkzeugkasten mit zehn benannten Aktionen — man fügt Text ein, wählt eine Aktion, stellt bei Bedarf Tonfall, Zielsprache und Format ein und bekommt ein Ergebnis zum Kopieren.
Der praktische Kern ist der Widget-Modus: ein kleines schwebendes Fenster, das neben dem Arbeitsbereich stehen bleibt. Wer den ganzen Tag in Outlook, Word oder einem Ticketsystem arbeitet und alle paar Minuten einen Absatz glätten oder übersetzen will, spart damit den Wechsel in eine Browser-Oberfläche. Das ist kein spektakuläres, aber ein echtes Argument — und es erklärt, warum ein Desktop-Programm hier einem Web-Dienst überlegen sein kann.
Funktional bleibt es überschaubar. Die kostenlose Stufe erlaubt zehn Aktionen und dient dem Ausprobieren; Verlauf, Zwischenablage-Anbindung, eigene gespeicherte Anweisungen, Bildanalyse und Export gibt es erst ab Pro für 7,99 $ im Monat mit 500 Aktionen, Ultimate bietet für 12 $ dann 1.200 Aktionen. Abgerechnet wird über Stripe und pro Aktion, nicht pro Zeichen — wer viele kurze Umformulierungen macht, kommt damit weit, wer ganze Dokumente stückweise durcharbeitet, deutlich weniger weit. Eine Programmierschnittstelle gibt es nicht.
Für deutschsprachige Nutzerinnen und Nutzer steht allerdings eine schlichtere Hürde davor: Es gibt keine deutsche Fassung. Produktseite, Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen liegen ausschließlich auf Englisch und Spanisch vor, eine deutsche Oberfläche weist der Anbieter nicht aus. Übersetzen ins Deutsche kann das Programm selbstverständlich — bedienen und die Rechtstexte lesen muss man es auf Englisch.
Der Grund für die Einstufung DSGVO „nein" liegt jedoch woanders, und er ist grundsätzlicher Natur. Die Bewertung richtet sich hier nicht gegen das Produkt, sondern gegen den Zustand seiner Dokumentation: Es ist nicht feststellbar, wer die Daten verarbeitet und wo. Die Nutzungsbedingungen verweisen auf „das am Geschäftssitz von Power CM Software geltende Recht" — welcher Sitz das ist, steht weder dort noch in der Datenschutzerklärung, noch auf der Unternehmensseite. Ein Impressum existiert nicht, eine ladungsfähige Anschrift ebenso wenig, als Kontakt gibt es eine E-Mail-Adresse. Die Datenschutzerklärung enthält keinen DSGVO-Abschnitt: keine Rechtsgrundlagen, keine Betroffenenrechte, keine Aufbewahrungsfristen, keine Angabe zum Speicherort der Daten und keinen Vertreter in der Union nach Artikel 27.
Was der Anbieter nennt, ist die Verarbeitungskette: Supabase für Konto und Datenhaltung, OpenAI für die KI-Verarbeitung, Stripe für die Abrechnung. Damit geht jeder eingegebene Text an einen US-amerikanischen KI-Anbieter, und eine Zusage, dass Eingaben nicht zum Modelltraining verwendet werden, findet sich nicht. Bemerkenswert ehrlich ist immerhin der Warnhinweis in der Datenschutzerklärung selbst: Man solle keine Passwörter, Zugangsschlüssel, Zahlungsdaten oder sensible personenbezogene Daten Dritter eingeben. Wer das Programm beruflich einsetzen möchte, sollte diesen Satz als das lesen, was er ist — eine Einschränkung des Anwendungsbereichs.
Praktisch heißt das: Für private, unkritische Texte ist Flytivy ein brauchbares, günstiges kleines Werkzeug. Für berufliche Nutzung in Deutschland, Österreich und der Schweiz fehlen dagegen die Grundlagen, die eine Auftragsverarbeitung überhaupt erst dokumentierbar machen — ohne bekannten Verantwortlichen lässt sich kein Auftragsverarbeitungsvertrag schließen und kein Verarbeitungsverzeichnis führen. Das ist ausdrücklich kein Vorwurf einer Rechtsverletzung, sondern die Feststellung, dass sich die dafür nötigen Angaben nicht auffinden lassen. Sollte der Anbieter Sitz, Speicherort und DSGVO-Angaben nachreichen, ist eine Neubewertung angebracht.
Zwei weitere Punkte gehören zur Einordnung. Das Programm ist seit Juni 2026 im Microsoft Store und hat dort bislang keine einzige öffentliche Bewertung — belastbare Nutzererfahrungen von Dritten gibt es also nicht, die Einschätzung hier stützt sich auf die Anbieterangaben und die eigene Prüfung der Dokumente. Und Power CM Software führt nach eigener Darstellung rund 28 Einzelanwendungen in sechs Feldern, darunter mehrere Bitcoin-Mining- und NFT-Seiten. Ein breites Portfolio ist für sich genommen kein Mangel, bei einem unabhängigen Anbieter ohne genannten Sitz sollte man die Frage nach Pflege und Fortbestand eines einzelnen Produkts aber im Hinterkopf behalten und keine unersetzlichen Daten dort ablagern.
Wer denselben Funktionsumfang mit belastbarer europäischer Rechtsgrundlage sucht, findet im Verzeichnis unter Produktivität & Wissen mehrere Alternativen mit ausgewiesenem Verantwortlichen und EU-Hosting. Flytivy empfiehlt sich dort, wo der Widget-Ansatz am Windows-Arbeitsplatz den Ausschlag gibt und die verarbeiteten Texte unkritisch sind.
Screenshot
Pro & Contra
- Zehn klar benannte Aktionen statt leerem Chatfenster — für Standardaufgaben ohne Prompt-Erfahrung schnell bedienbar
- Widget-Modus bleibt neben dem Arbeitsfenster, was das ständige Wechseln in eine Browser-Oberfläche erspart
- Installation und Aktualisierung über den Microsoft Store; Testphase ohne Zahlungsdaten
- Günstiger als die meisten KI-Abos: Pro kostet 7,99 $ im Monat
- Keine deutsche Oberfläche und keine deutschsprachige Produkt- oder Rechtsseite — nur Englisch und Spanisch
- Der Unternehmenssitz wird nirgends genannt: kein Impressum, keine Anschrift, kein EU-Vertreter
- Datenschutzerklärung und AGB enthalten keinen DSGVO-Abschnitt, keine Rechtsgrundlagen, keine Betroffenenrechte und keine Angabe zum Speicherort
- Die KI-Verarbeitung läuft laut Anbieter über OpenAI; eine Zusage, dass Eingaben nicht zum Training verwendet werden, fehlt
- Abrechnung nach Aktionen statt nach Zeichen: 500 Aktionen im Monat sind bei intensiver Nutzung schnell aufgebraucht
- Seit Juni 2026 im Store, bislang ohne öffentliche Bewertungen; der Anbieter betreibt rund 28 Einzel-Apps inklusive Bitcoin-Mining- und NFT-Seiten
Anwendungsfälle
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