Agenten & Automation · Genspark AI (MainFunc)

Genspark Super Agent

Der All-in-One-Agent, der mehrstufige Aufgaben eigenständig plant, recherchiert und sogar Telefonanrufe für Sie erledigt.

DSGVO bedingt· USA

Genspark startete im Juni 2024 zunächst als KI-gestützte Suchmaschine, die statt klassischer Trefferlisten sogenannte Sparkpages ausspielte – auf die Anfrage zugeschnittene, automatisch zusammengestellte Übersichtsseiten. Hinter dem Produkt steht das in Palo Alto ansässige Unternehmen MainFunc, gegründet unter anderem von Eric Jing und Kay Zhu, beide zuvor in leitenden Positionen bei Baidu. Den eigentlichen Sprung in die öffentliche Aufmerksamkeit brachte aber erst der Super Agent, der im April 2025 vorgestellt wurde und Genspark vom Recherche-Werkzeug zu einem der meistbeachteten autonomen Allzweck-Agenten machte – in Benchmarks wie GAIA platzierte er sich vor Manus und OpenAIs Deep Research.

Der Anspruch des Super Agent ist bewusst breit angelegt. Er soll nicht ein einzelnes Spezialproblem lösen, sondern komplette Aufträge von Anfang bis Ende übernehmen. Gibt man ihm eine Aufgabe, zerlegt er sie selbstständig in Teilschritte, entscheidet, welche Werkzeuge und Modelle er dafür braucht, und arbeitet die Kette ab, bis ein Ergebnis vorliegt. Genspark beschreibt das Vorgehen als Orchestrierung mehrerer Sprach-, Bild- und Videomodelle plus einer Sammlung von Tools – der Agent ist also weniger ein einzelnes Modell als ein Dirigent, der je nach Schritt das passende Instrument greift. In der Praxis kann das bedeuten, dass er erst recherchiert, dann eine Tabelle baut, daraus eine Präsentation erzeugt und das Ergebnis am Ende in der integrierten AI Drive ablegt.

Das Merkmal, das Genspark am stärksten von Konkurrenten wie OpenAIs Operator oder Manus abhebt, ist die Fähigkeit, die digitale Welt zu verlassen. Mit der Funktion Call For Me tätigt der Agent echte Telefonanrufe: Er ruft etwa ein Restaurant an, fragt nach einem freien Tisch, nennt die Personenzahl und bestätigt die Reservierung – mit synthetischer Stimme und in natürlicher Konversation. Technisch setzt das auf der OpenAI Realtime API auf, für die globale Telefonie kam Anfang 2026 zudem eine Twilio-Anbindung hinzu, die Anrufe in über 40 Ländern und mehreren Sprachen ermöglicht. Ebenso erledigt der Agent Buchungen und Terminvereinbarungen, die sonst manuelle Schritte erfordern würden. Diese Brücke vom Chatfenster in die reale Welt ist der Grund, warum der Super Agent in Demos und Tests so viel Aufmerksamkeit erhielt.

Rund um den Agenten hat Genspark ein ganzes Bündel an Anwendungen gruppiert, die sich auch einzeln nutzen lassen: AI Slides für Präsentationen, AI Sheets für Tabellen, AI Docs für Dokumente, AI Chat als klassischer Dialog, Deep Research für mehrquellige, mit Zitaten belegte Reports sowie die bereits erwähnte AI Drive als Ablage. Diese Module sind eng mit dem Super Agent verzahnt, sodass ein einziger Auftrag Recherche, Datenaufbereitung und fertige Ausgabe abdecken kann, ohne dass man zwischen Werkzeugen wechseln muss. Genau diese Bündelung ist das Verkaufsargument: Während andere Anbieter sich auf Code, Browser-Automatisierung oder Recherche spezialisieren, will Genspark der eine Agent sein, der möglichst viele Alltagsaufgaben abdeckt. Eine Mobile App für iOS und Android bringt den Agenten zusätzlich aufs Smartphone.

Beim Preismodell setzt Genspark auf Credits statt auf feste Funktionspakete. Der Free-Tarif vergibt 100 Credits pro Tag samt 1 GB AI Drive und erlaubt damit, den Super Agent ernsthaft auszuprobieren – ein im Vergleich zur Konkurrenz auffällig zugängliches Einstiegskontingent. Wer mehr Volumen braucht, wechselt in den Plus-Tarif für 24,99 $ pro Monat (19,99 $ bei Jahreszahlung) mit 10.000 Credits monatlich und 50 GB Speicher, oder in den Pro-Tarif für 249,99 $ pro Monat (199,99 $ jährlich) mit 125.000 Credits und 1 TB. Der Haken am Credit-System: Aufwendige Aktionen wie Telefonanrufe, Deep Research oder lange Agentenketten verbrauchen deutlich mehr Credits als ein simpler Chat, weshalb sich die tatsächlichen Kosten schlecht im Voraus abschätzen lassen. Vielnutzer können trotz hoher Pro-Stufe an ihr Monatslimit stoßen, und der Sprung von 25 auf 250 Dollar lässt zwischen Plus und Pro eine spürbare Lücke. Zusätzliche Credit-Packs federn das ab, machen die Kalkulation aber nicht einfacher.

Bei aller Faszination bleibt der Super Agent ein Agent der ersten Generation. Je länger die Aufgabenkette, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein Zwischenschritt scheitert, eine Quelle falsch interpretiert wird oder der Agent in eine Sackgasse läuft. Für unkritische, klar umrissene Aufträge ist das verschmerzbar; bei sensiblen Aktionen – Zahlungen, verbindliche Buchungen, geschäftliche Anrufe – gehört das Ergebnis kontrolliert. Datenschutzseitig ist Genspark als US-Anbieter einzuordnen: Anfragen werden je nach Funktion an Dienste wie OpenAI, Anthropic, Google, xAI oder ElevenLabs weitergereicht, das Hosting läuft über Azure, AWS oder GCP, und grenzüberschreitende Transfers stützen sich auf EU-Standardvertragsklauseln. Eine DSGVO-konforme Nutzung im europäischen Umfeld erfordert daher die übliche Prüfung von Auftragsverarbeitung, Datentransfer und Datenresidenz; Enterprise-Kunden können die Region teils mitbestimmen. Wer personenbezogene oder vertrauliche Daten einspeisen will, sollte das vorab abklären; für allgemeine Recherche und Content-Erstellung bleibt das Risiko überschaubar.

Unterm Strich ist der Genspark Super Agent eines der überzeugendsten Beispiele dafür, wie weit autonome Agenten inzwischen reichen – und wo ihre Grenzen liegen. Die Kombination aus breiter Werkzeugpalette, echter Telefon- und Buchungsfähigkeit und einem ungewöhnlich zugänglichen Gratis-Kontingent macht ihn zum idealen Kandidaten für alle, die ausprobieren möchten, was ein Allzweck-Agent heute leistet. Empfehlenswert ist Genspark für experimentierfreudige Einzelnutzer, Wissensarbeiter und kleine Teams, die Recherche, Dokumentenerstellung und Alltagsaufgaben aus einer Hand automatisieren wollen – idealerweise zunächst im Free-Tarif. Wer dagegen kalkulierbare Fixkosten, strenge DSGVO-Garantien oder durchgängig verlässliche Automatisierung kritischer Vorgänge braucht, sollte die Grenzen des Credit-Modells und die Risiken langer Agentenketten genau gegen den Nutzen abwägen.

Screenshot

Screenshot der Genspark Super Agent-Website
Genspark Super Agent · Website-Screenshot1280 × 800

Pro & Contra

+ Pro
  • Erledigt reale Aufgaben bis zum Anruf und zur Buchung
  • Bündelt Recherche, Slides, Sheets und Docs in einem Agenten
  • Großzügiges Gratis-Kontingent zum Ausprobieren
  • Orchestriert mehrere Modelle und Tools selbstständig
− Contra
  • Credit-System macht laufende Kosten schwer kalkulierbar
  • Pro-Stufe mit 249,99 $/Mon. sehr teuer
  • DSGVO-Konformität als US-Anbieter prüfbedürftig
  • Bei langen Aufgabenketten weiterhin fehleranfällig und kontrollbedürftig

Anwendungsfälle

Reservierungen und Termine per Anruf erledigen lassenMarktrecherche samt fertigem Report und SlidesReise- und Eventplanung mit BuchungenWiederkehrende Büro-Workflows automatisieren

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