Semantic Scholar
KI-getriebene Open-Access-Suchmaschine für 220 Mio. wissenschaftliche Papers — vom Allen Institute for AI, vollständig kostenlos.
Semantic Scholar ist die Open-Access-Suchmaschine, die das Allen Institute for AI 2015 gestartet hat — und seitdem zur unverzichtbaren Infrastruktur für Forschende und Tool-Entwickler geworden ist. Mit über 220 Mio. indexierten Papers aus allen Disziplinen ist sie eine der größten frei zugänglichen Wissenschaftsdatenbanken.
Die TLDR-Zusammenfassungen sind das KI-Markenzeichen: Eine selbst trainierte Modellfamilie generiert pro Paper einen Ein-Satz-Abstract, der oft präziser ist als der vom Autor verfasste. Bei rund 80 % der Papers ist eine TLDR verfügbar — nützlich beim Schnellscreening von Trefferlisten.
Influential Citations ist eine versteckte Stärke: Statt aller Zitationen wird eine gewichtete Liste der wichtigsten Folge-Arbeiten angezeigt — basierend darauf, wie zentral das Paper im Citation-Kontext war. Spart oft Stunden manueller Recherche.
Die Open API ist der eigentliche Hebel für die Tool-Landschaft: Connected Papers, ResearchRabbit, Elicit und viele weitere Tools nutzen Semantic Scholar als Datenquelle. Die Lizenzbedingungen sind Forscher-freundlich, der Open Research Corpus steht zum Bulk-Download bereit.
Schwächen: Die Web-UI ist funktional, aber weniger ausgeklügelt als kommerzielle Alternativen. Es gibt kein Chat-mit-PDF-Feature und keine Workflow-Tools für Literaturreviews — Semantic Scholar ist primär Suchmaschine und Datenquelle, kein All-in-One-Workspace.
Empfohlen als Standardstart-Tool für jede Literaturrecherche und als API-Backbone für eigene Forschungs-Tools — kostenlos, gemeinnützig, ohne Datenverkauf an Werbenetzwerke.
Screenshot

Pro & Contra
- 220+ Mio. Papers, alle Felder
- TLDR-Zusammenfassungen pro Paper
- Open Research Corpus für Forscher
- Kostenlose API mit großzügigen Limits
- UI weniger ausgeklügelt als SciSpace
- Kein Chat mit eigenen PDFs
- TLDRs nicht für alle Papers verfügbar
- Datenresidenz USA
Anwendungsfälle
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