Google Stitch
Googles UI-Designer mit Gemini 3.5 — seit I/O 2026 mit Real-Time-Collaboration via Text/Voice und Import bestehender Figma-Dateien oder Codebases als Startpunkt.
Google Stitch wurde im Mai 2025 auf der Google I/O angekündigt und ist seit Sommer 2025 in einer Public Preview verfügbar. Das Tool füllt eine spezifische Lücke zwischen v0 (Code-zentriert) und Midjourney/Nano Banana (Bild-zentriert): strukturiertes UI-Design, das sich als Figma-Datei oder als HTML/CSS exportieren lässt.
Der Workflow ist erfrischend einfach. Ein Brief — „Eine SaaS-Landingpage für ein KI-Notiz-Tool, modern, dunkel, mit Hero, Features, Pricing, FAQ" — erzeugt einen ganzen Screen-Set, das stilistisch und typografisch konsistent ist. Anders als bei reinen Bildmodellen sind Buttons echte Buttons, Inputfelder echte Inputfelder, Spacings folgen einem Grid. Das macht den Output für Designer:innen direkt brauchbar.
Die Mehrere-Screens-auf-einmal-Generierung ist die größte Stärke: Während v0 oder Midjourney ein einzelnes Screen produzieren, liefert Stitch typischerweise 3–8 zusammenhängende Screens (Landing, Dashboard, Settings, Pricing) — alle im selben visuellen System. Für Stakeholder-Mockups ein massiver Zeitgewinn.
Der Figma-Export erhält die Layer-Struktur — Buttons, Karten, Container sind als Figma-Frames angelegt, Auto-Layout ist gesetzt, Komponenten sind verschachtelt. Designer können direkt im Figma weiterarbeiten, ohne alles neu aufzubauen.
Der HTML/CSS-Output ist solide, aber noch unter dem Niveau von v0 oder Lovable: Tailwind-Klassen werden teils ungewöhnlich kombiniert, Komponentenbenennung ist generisch. Für schnelle Frontend-Prototypen reicht es, für Production-Code muss nachgearbeitet werden.
Schwächen: Stitch ist kein Backend-Tool — es generiert nur Frontend-Screens, keine Datenbanken, keine APIs. Das Code-Output-Niveau hinkt v0 noch hinterher. Und die Public-Preview-Limits können sich kurzfristig ändern (waren schon mehrfach reduziert worden).
Empfohlen für Designer:innen und Produktmanager:innen, die schnelle UI-Konzepte brauchen — und für Teams, die im Google-Workspace-Ökosystem arbeiten und Stitch in den nächsten Monaten in den vollen Workspace-Kontext eingebettet sehen werden.
Update Mai 2026 — Google I/O 2026: Stitch wurde mit zwei wesentlichen Funktionen erweitert. Real-Time-Collaboration via Text oder Voice — mehrere Personen können parallel im selben Workspace prompten, Live-Cursor sehen, gegenseitig Edits beobachten. Für Workshop- und Design-Sprint-Workflows ein massiver Komfort-Gewinn gegenüber dem bisherigen Single-Player-Modus.
Zweitens: Import bestehender Figma-Dateien und Codebases als Stil-Referenz. Statt bei Null zu starten, lädt Stitch ein vorhandenes Design-System ein und generiert neue Screens im selben visuellen System. Für Teams mit etablierter Brand-Identity ein konstitutiver Vorteil.
Das Tool ist weiter in der Public Preview, läuft jetzt aber auf Gemini 3.5 Flash als Reasoning-Backbone — die Layout-Präzision hat damit spürbar zugelegt.
Screenshot

Pro & Contra
- Sehr starke Design-Konsistenz über mehrere Screens
- Direkter Figma-Export
- HTML/CSS-Code-Output
- Powered by Gemini 3 Pro
- Noch in Public Preview, Limits ändern sich
- Code-Output noch unter v0-Niveau
- Kein Backend, nur Frontend-Screens
- Datenresidenz USA
Anwendungsfälle
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